Der Innenausbau beginnt

Die Schwierigkeit im Ausbau meines Vans liegt darin, das Meiste aus einem sehr kleinen Raum herauszuholen. Die Ladefläche ist gerade mal 2m lang und 1,20m breit. Und der Innenraum hat eine Höhe von 1,30m. Nicht viel Platz für Küche, Stauraum und ein funktionierendes Bett für zwei Personen inklusive eines großen Hundes. Nach reiflicher Überlegung meinerseits und der herausragenden Ideen meines Tischlerfreundes Patrick haben wir doch, so finde ich, die perfekte Lösung gefunden.

Der Boden, auf dem wir eigentlich schlafen wollten, wird mittels eines Gestells erhöht. Diese Höhe ergibt sich aus der Sitzhöhe. Mir ist es wichtig, dass man wenigstens darin sitzen kann ohne sich den Kopf zu stoßen. Auch an regnerischen Tagen darf der Aufenthalt im Van nicht unbequem werden. So verkürzt sich zwar die Fahrzeuginnenhöhe, aber wir schaffen Stauraum unter dem Bett. Anstatt Auszüge für Unterbringung der Reiseutensilien bauen wir einfach Holzkisten, die gleichzeitig als Rahmen für den Boden und somit das Bett sind.

Die vorbereiteten Kisten
Zuerst werden die Kisten gebaut
gleichzeitig das Gestell fürs Bett
Die Kisten bilden gleichzeitig das Bettgestell
IMG_8161
Die Kisten werden eingepasst

So entstehen drei Holzkisten, die als Kleiderschrank und Vorratskammer genutzt werden. Die Deckel dieser Kisten verbinden alles zu einer Liegefläche und bilden eine Einheit.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Deckel der Kisten ergeben die Liegefläche
IMG_8162
Dank Loch kann man die Deckel herausheben
IMG_8250
Der Laser hilft beim Ausrichten

Die Küche ist durch gedämpfte Schubladenschienen ausziehbar. Dadurch können wir draußen kochen. Der klappbare Deckel schließt und schützt gleichzeitig die Küche. Die Oberfläche wird zum Tisch.

IMG_8237
Auszug als Tisch
IMG_8236
Der Deckel öffnet die Küche

Nun benötigen wir Stauraum für die kleinen Dinge des täglichen Gebrauchs. Hundeschüsseln, -futter, -spielzeug sind wichtig für Dexter. Bei den Herrchen sind es Kameras, Laptops, Waschtaschen, Schuhe und so weiter. Also verschließen wir die Klappfenster des Vans und ziehen Rückwände ein.

IMG_8243
Rückwände schützen die ausklappbaren Fenster. Deren Funktion bleibt erhalten.

Jetzt kann der Bau der Schränke beginnen. Sie sind nicht groß, aber mit ihnen haben wir auch die letzte Ecke des Vans ausgenutzt und zum Stauraum umfunktioniert. Hier verschwindet auch sämtliche Elektrik wie Solar, Beleuchtung, Sicherungskästen usw. (Dies beschreibe ich noch ausführlicher in einem anderen Bericht.) Die Schrankseitenwände sind auf den Boden geschraubt und zusätzlich mit Metallstreifen seitlich mit der Fahrzeugkarosserie verbunden. Außenwand und Schranktüren wurden mit einer Fräse beim Tischler zugeschnitten.

IMG_8245
Hier beginnt der Einbau der Schrankseitenwände
IMG_8260
Außenwand aus einem Stück mit dazugehörigen Türen

IMG_8255

Die Schranktüren verschließen wir einfach mit Magneten und – für die Optik – mit kleinen Riegeln.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das Material ist eine einfache Tischlerplatte. Diese ist sehr leicht und lässt sich gut verarbeiten. Behandelt haben wir sie mit Holzöl auf Wachsbasis, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Der Nachteil dieser Platten ist, dass sie sehr weich sind und anfälliger gegen spitze Gegenstände. Die Materialkosten für die Platten belaufen sich auf rund 500 Euro inklusive Schrauben und Kleinmaterial.

Als Nächstes folgt die Einrichtung. Teppich, Lichtschalter, Haken für Jacken usw. werden eingebaut. Dieser Arbeitsschritt ist die „Kür“ und macht viel Freude, weswegen er einen eigenen kleinen Beitrag verdient. Dieser folgt demnächst.

Ihr bemerkt schon, dass ich mich in diesem Beitrag nicht an Details aufhalte. Dämmung, zum Beispiel, ist eine Sache, die sehr wichtig ist, für die es aber unzählige Seiten und Blogs gibt, die sich mit diesem Thema befassen. Mir ist es wichtig, dass man sieht, dass es auch möglich ist einen sehr kleinen Van umzubauen, in dem man bequem schlafen kann ohne Einbußen beim Stauraum zu machen. Ich werde ständig neue Beiträge in der Kategorie „Van-Umbau“ posten. Man hört nie wirklich auf, Dinge zu verändern und anzupassen. Bitte scheut euch trotzdem nicht, mir Fragen zu stellen oder sogar Verbesserungsvorschläge zu machen.

Also dann, gut Holz und immer einen vollen Akkuschrauber!