Kevin’s Seepferdchenkurs

… oder: Das erste Mal auf dem Board mit Anleitung.

Es war im Urlaub in der Schweiz, als Maren und ich Bekanntschaft mit dem Stand Up Paddling machten. Durch Zufall haben wir in einem Bootsverleih am Obsee/Lungern die SUP-Boards entdeckt. Eine Stunde unkontrollierten Herumeierns reichte aus, um uns mit dem Paddelfieber anzustecken. Schnell merkten wir allerdings, dass uns diverse kleine Kniffe fehlten, um das SUP-Board sicher durchs Wasser zu manövrieren.

Ein paar Wochen später kontaktierte ich Kevin, ein sehr guter Freund von mir, der schon länger auf dem Board steht. Er beschäftigt sich intensiv mit der Materie und gibt sein Wissen auch gern weiter. Also warum sollte ich das nicht nutzen und mit ihm und Maren einen Nachmittag auf dem See verbringen?

Als Erstes stand eine kleine Einführung in Board-Technik auf dem Programm. Hier lernten wir schnell den grundsätzlichen Aufbau des Boards, richtige Lagerung und Transport. Da wir aufblasbare SUP-Boards haben, ist vor allem das Verstauen und der sichere Umgang mit dem scheinbar verletzlichen SUP ein wichtiger Punkt. Doch da hat uns Kevin schnell die Angst genommen. Das sehr feste Dropstitch-Material wird bei Marine-Schlauchbooten eingesetzt, weil es so gut wie unkaputtbar ist. Natürlich muss man auf spitze Gegenstände achten, sollte sich aber nicht so viele Sorgen machen.

Jetzt ging es ans Aufpumpen. Bei Kevin wirkte das Befüllen des Boards mit Luft aus einer Standluftpumpe sehr leicht. Dank seiner Muskelkraft war die Sache innerhalb von 10 Minuten erledigt. Doch wir merkten wie anstrengend dies ist und für Ungeübte zu einem wahren Kraftakt werden kann. Aus 10 Minuten wurden schweißtreibende 20 Minuten… Aber auch hier bekommt man mit der Zeit Übung, und man nutzt die Pumpbewegung direkt zum Aufwärmen. Denn SUPen ist eine Sportart, die den ganzen Körper fordert. Jetzt erst einmal eine kleine Verschnaufpause…

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Nun endlich ins Wasser mit unseren prall, auf 1 Bar gefüllten Boards. Langsames Draufrobben und vorsichtiges Hinhocken war die erste Übung. Hierbei bekommt man einen ersten Eindruck, wie fest das Board ist, und wie sicher es im Wasser liegt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ging es ans Aufstehen. Hui, jetzt wird’s wackelig. Der Körper versucht mit jeder Faser das Gleichgewicht zu halten, und man bekommt plötzlich eine Idee, welche Muskelgruppen beansprucht werden.

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Nach dem Gefühl des sicheren Stehens ging es um das Halten des Paddels. Denn auch hier gibt es einiges zu beachten: richtige Armposition sowie die korrekte Ausrichtung des Paddels. Denn anders als beim Kanufahren ist das Paddel gewölbt und funktioniert erst mit der richtigen Seite. Um mehr Wasser zu verdrängen, muss die gewölbte Seite muss nach vorne zeigen. Diese ist meistens mit Logos des Herstellers versehen, so dass man sich daran leicht orientieren kann. Bei unseren späteren Touren bemerkte ich oft, wie viele Paddler genau dies falsch machen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Als wir ein wirklich gutes Gefühl für unsere Boards und schon den ersten Kilometer zurückgelegt hatten, gab uns Kevin mit seinem Paddel einen Kick in das hintere Teil des Boardes, was dazu führt, dass man sofort ins Wasser fällt. Ein wenig verdutzt und nass schimpfte ich erst einmal wie ein Rohrspatz. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich stolz, schon eine halbe Stunde ohne zu fallen auf dem Board gestanden zu haben. Doch auch dies war eine gute Übung, um uns zu erklären, wie man am besten kontrolliert ins Wasser fällt, ohne sich am Board oder Paddel zu verletzen. Erste Erkenntnis: das Paddel kann schwimmen. Zweite Erkenntnis: Das Board ist schneller weg, als man glaubt. Also hieß es: 10 Minuten lang kontrolliertes Fallen üben.

Im Großen und Ganzen habe ich festgestellt, dass es keine Schande ist, sich an dem Knowhow anderer zu bedienen. Es bereichert und liefert Wissen, das kein Buch oder Video vermitteln kann. Stand Up Paddling ist und bleibt eine Sportart, die zwar einfach aussieht, aber natürlich immer mit Risiken verbunden ist. Wir fühlen uns nun sicher und auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Es war ein toller, sehr lustiger Nachmittag mit Kevin und den Boards. Wir sind jetzt häufiger gemeinsam unterwegs und lernen bei jeder Tour neue Kniffe und Tricks dazu. All das macht das SUPen zu einem sehr schönen, entspannten und erfahrungsreichen Sport.

Danke, Kevin!

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Die Orgelpfeifen: Kevin, meine Wenigkeit und Maren (v.l.n.r.)

 

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