Die Wartburg

…oder ein etwas anderer Blick auf das Wahrzeichen von Thüringen.

Wir stoßen auf unseren Reisen immer wieder auf wunderschöne Orte, die es wert sind über sie zu berichten und unseren Lesern die Möglichkeit zu geben sich einen kleinen Einblick in diese zu verschaffen. Auch hier versuchen wir mit kleinen Tipps, euch eine Reise schmackhaft zu machen und unsere Sichtweise jenseits von Reiseführern zu vermitteln.

Beginnen möchten wir mit der Wartburg bei Eisenach. Sie ist das Wahrzeichen von Thüringen, dem Grünen Herz Deutschlands, und eine von vielen wunderschönen Burgen und Schlössern in unserem Land. Doch auch was Geschichte angeht, hat sie einiges zu bieten, dazu später mehr.

Nach einer kurzen Fahrt durch das schöne Eisenach kommt man sehr schnell an den Fuß der Burg. Unschwer zu erkennen an den Parkplatzschildern, die einen freundlich darauf hinweisen, dass sie wegen Überfüllung geschlossen sind und man auf die nächstgelegenen Parkplätze ausweichen soll. Parkmöglichkeiten gibt es genug. Allerdings entfernt man sich mit jedem Meter Fahrt immer weiter weg vom Zielort, was natürlich auch bedeutet, dass die Fußstrecke zur Wartburg immer länger wird. Auch wir haben einen dieser weiter entfernten Parkplätze aufsuchen müssen.

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Doch wie kommt man jetzt am schnellsten zur Burg? Es gibt diverse Shuttlebusse, aber wir wollten es uns nicht nehmen lassen selbst hinaufzulaufen. Auf der Suche nach dem richtigen Weg stießen wir auf ein einheimisches, älteres Ehepaar, von dem wir nützliche Informationen erhielten. Der Weg sei von hier aus sehr lang, und man empfehle uns in einer Seitengasse abseits der großen Parkplätze zu parken. Und siehe da, sie hatten recht. Wir parkten direkt unterhalb der Burg in einer Nebenstraße, und dieser Parkplatz war sogar kostenlos.

Also dann mal los… Wir gingen entlang eines breiten Wanderweges durch einen wunderschönen hellen Wald.

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Nach ungefähr 2 Kilometern erreichten wir einen kleinen Platz, an dem uns schon der erste Bratwurststand mit den typischen Thüringer Grillgerichten erwartete. Direkt daneben befand sich ein kleiner Stall mit Eseln darin, auf deren Rücken man die restlichen 500 Meter Aufstieg bewältigen kann. Für Kinder bestimmt ganz nett, aber da wir Tierfreunde sind, ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, die restlichen Meter zu Fuß zu gehen.

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Und da ist sie nun: Wie auf einer Postkarte eröffnet sich der Blick auf die Wartburg. Ein kleiner Vorplatz lädt zum Verweilen ein, von dem aus man eine fantastische Aussicht hat. Prompt wurde die Kamera gezückt.

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Von dort aus führt ein kleine Brücke in den Innenhof der Burg. Hier empfehlen wir euch, einfach mal ein Plätzchen zu suchen und sich in Ruhe einmal umzuschauen. Es gibt soviel Details zu erblicken, die schnell im Touristenschwarm (im folgenden Foto geschickt umgangen) unterzugehen drohen.

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Wunderschöne kleine Ecken, die immer wieder neue Überraschungen bereithalten. Ein kleiner Taubenschlag zum Beispiel, vor dem wunderschöne weiße Turteltauben wie hindrapiert sitzen.

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Ein Baum, der sich den Weg entlang der Burgmauer bahnt. Der alte gepflasterte Burghof mit kleinen Nischen in der Mauer, in dem man einen fantastischen Blick über den Thüringer Wald hat.

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Hier befindet sich auch der Eingang zum Museum und in das Burginnere, wo man sich allerhand altes Zeug anschauen kann. Und natürlich das berühmte Lutherzimmer, in dem dieser seine Thesen verfasste. Einer Sage nach hatte Luther mit seinem Tintenfass nach dem Teufel, der ihm erschienen war, geworfen. Den dabei entstandenen Tintenfleck kann man heute noch besichtigen. Nur leider waren uns 12€ Eintrittsgeld viel zu teuer, um uns durch die Touristenmassen zu schlängeln.

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Vom ersten Burghof ging es weiter durch ein Tor in den zweiten, größeren Burghof. Hier befinden sich eine Burgcafé, der hiesige Kräutergarten, ein Aussichtsturm und direkt darunter ein Ritterbad. Auch hier lohnt es sich, einfach mal Platz zu nehmen und die wunderbar erhaltene Wartburg mit ihren vielen Details zu begutachten.

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Für ein paar Fotos wagten wir den Aufstieg in den Aussichtsturm. Eine kleines Drehkreuz verhindert allerdings den Eintritt. Also 50 Cent eingeworfen, und schon ging es los. Über alte Holztreppen ging es dann 50 Meter nach oben. Was für ein Ausblick! Man kann 360 Grad herumlaufen und sieht so verschiedene Winkel der Wartburg, wie auch die atemberaubende Landschaft rund um Eisenach.

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Von hier aus kann man auch einen Blick auf das romantische Wartburghotel werfen. Alte Nebengebäude der Burg wurden zu einem Hotel umfunktioniert, und man kann sich richtig vorstellen, wie schön es sein muss, dort zu nächtigen oder ein rauschendes Hochzeitsfest zu feiern.

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Nach dem Abstieg erfolgte ein Blick in das Ritterbad. Ein blaues Wasserbecken, verziert mit Säulen und schönen Wandgemälden. Auch hier fühlt man sich schnell in die Ritterzeit versetzt und meint das Klappern der Rüstung zu hören. Der danebenliegende Kräutergarten lädt zum Verweilen ein.

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Es gibt viele kleine Ecken auf der Wartburg, die man erst beim zweiten Mal hinsehen entdeckt. Hier ein kleines Guckloch in der Burgmauer, dort ein kleiner Balkon mit Steinbank. Ob das wohl eine alte Raucherecke war?

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Man kann viele Dinge gar nicht richtig beschreiben, um die Schönheit der Wartburg wiederzugeben, man muss es einfach gesehen haben.

Alles in allem haben war 50 Cent pro Person für den Aussichtsturm bezahlt. Dafür keinen Cent für den Parkplatz, und im Museum waren wir auch nicht. Jeder darf für sich selbst entscheiden, was er sich anschauen möchte und wofür er bezahlt. Aber 12€ für einen Museumsbesuch finden wir einfach zu teuer. Doch wir haben die Wartburg in ihrer ganzen Pracht erfahren dürfen, und dies war ein sehr großes Highlight unserer Reise.

Wartburg.de  – offizielle Homepage

WartburgWiki – alles Wissenswertes über Geschichte

Thüringen-Entdecken.de – Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten