Wildcampen in Deutschland

oder: Wie sehen die Gesetzmäßigkeiten aus?

Als erstes müssen wir euch leider sagen: Wildcampen ist in Deutschland verboten. Doch auch wenn hierzulande so ziemlich alles geregelt ist, gibt es hin und wieder ein paar Lücken, durch die man schlüpfen darf. Und nicht zuletzt hilft einem die richtige Platzwahl und der Respekt vor Land und Leuten einem Bußgeld oder gar einer Strafe zu entgehen. Und wie sieht es mit Schlafen im Auto, Van oder im Wohnmobil aus? Mit diesem kleinen Beitrag wollen wir das Thema ein wenig beleuchten und für eine sichere Nacht in freier Wildbahn sorgen.

Wildcampen ist keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Meist belaufen sich die Bußgelder zwischen 15 und 500€. Es kommt allerdings immer darauf an, wo genau ihr zeltet. Wenn man in einem Naturschutzgebiet übernachtet und da vielleicht noch ein Feuer macht oder tonnenweise Müll hinterlässt, kann es richtig teuer werden. Das selbe gilt für Privatgrund… Einen guten Überblick über Strafen und Gesetze bietet der Umwelt Bußgeldkatalog. Ihr werdet merken, dass es aber auch hier kleine Lücken gibt. Zeltet ihr oder schlagt ihr ein Biwak auf, oder lagert ihr nur für ein paar Stunden? Schlaft ihr in einem 20-Personen-Festzelt oder unter einer Plane in einem Schlafsack? Das Lagern und Biwaken ist nämlich erlaubt, vor allem wenn ihr auf Fahrradtour seid, die Nacht anbricht und ihr auf die Schnelle keine Unterkunft findet. Lagern ist nur eine kleine Pause von ein paar Stunden. Biwaken ist eine Sonderform, nämlich das „Campieren außerhalb von Campingplätzen während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraums im hochalpinen Gelände“ und ist somit nicht verboten.

Achtet beim Wildcampen darauf, wo ihr übernachtet, sucht euch schon früh am Abend ein ruhiges und geschütztes Plätzchen. Schaut darauf, dass sich rundherum keine Anwohner befinden, ihr nicht in der Nähe von Wanderwegen oder anderen viel besuchten Orten campt. Habt ihr so einen Platz gefunden, wartet die Abendstunden ab um euer Zelt aufzubauen. Das erhöht die Chance, dass niemand mehr unterwegs ist und euch sieht. Macht kein Feuer und brecht morgens früh auf, hinterlasst euren Platz dabei immer sauber. Es lohnt sich auch mal Besitzer von großen Bauernhöfen, Feldern, Gartenanlagen oder Waldgrundstücken zu fragen, ob ihr euer Lager dort aufschlagen dürft. Die wenigsten haben etwas dagegen.

Das Schlafen im Auto oder Van ist in Deutschland für 24 Stunden erlaubt. So lang ihr nicht im Auto wohnt – d.h. zum Beispiel, dass keine Campingstühle ausgepackt werden und das Fahrzeug verkehrsgerecht abgestellt ist – könnt ihr sorglos und legal im Auto schlafen. Hier gilt es einen offiziellen Parkplatz zu finden. Wohnmobile dürfen nur auf für sie ausgewiesenen Plätzen stehen. Manchmal ist es sogar das einzig Richtige, wenn man bei Trunkenheit oder Erschöpfung nicht mehr fahrtüchtig ist im Auto längere Zeit zu pausieren. Denkt beim Übernachten im Auto daran, dass ihr ausreichend lüftet und euch warm einpackt, sollte die Nacht kalt werden.

Ihr merkt, dass eigentlich so ziemlich alles erlaubt ist, was das Übernachten in freier Wildbahn angeht. Entscheidend ist, wie so oft, das „Wie“. Hält man sich an einige Regeln oder befragt im Zweifelsfall die Personen, die in näherer Umgebung wohnen, ist es eigentlich kein Problem. Habt immer Respekt vor euren Mitmenschen und der Natur. Solltet ihr doch mit dem Gesetz in Konflikt kommen, verhaltet euch ruhig und bleibt freundlich. Und somit steht eurer Nacht im wilden Deutschland nichts mehr im Weg.